Macht Tauchen in der Höhle sicherer.

Ok, ich muss das unbedingt mir von der Seele schreiben. Therapeutisches Schreiben für mich? Vielleicht, aber hoffentlich auch ein Anstoss an viele, die vielleicht schon mal in ähnlichen wie den beschriebenen Situationen waren oder sowas selber in Zukunft mal so geplant hätten.

Juli 2011
Ein zertifizierter Höhlentaucher, der in Urlaub hier ist und bisher wenig Erfahrung in Höhlentauchen hat und auch nur geringe Ortskenntnisse, nimmt einen Freund, der als PADI TecRec Instructor zertifiziert ist, auf einen 2-stündigen Höhlentauchgang nach Ponderosa. Dieser Freund ist das zweite Mal in Playa del Carmen und hat keine Höhlenausbildung. Am folgenden Tag gehen beide noch einmal Höhlentauchen, diesmal nach Grand Cenote. (01. und 02. Juli 2011)

Beide leihen ihre Tanks über einen ortsansässigen Höhlentauchlehrer. Der Vorfall wird mir bekannt, weil beide in der Vergangenheit mit mir getaucht sind und mit der Tauchschule assoziiert sind, bei der ich damalig gearbeitet habe.

Beide überleben.

Februar 2014
Eine als Intro-to-Caver zertifizierte Taucherin reist in einer Gruppe zertifizierter Höhlentaucher nach Mexiko und sie machen während ihres zwei-wöchigen Urlaubs täglich sehr komplexe Tauchgänge, die auch Navigation erfordern und die Taucherin taucht mit, weil die anderen ja die Jumps übernehmen.

Sie überlebt.

Im Dezember 2014 kommt diese Taucherin dann zurück, um ihren Höhlentauchschein zu vollenden und ich erfahre überdies mehr Details über ihre recht mangelhafte Intro-to-Cave Ausbildung.

Mai 2014
Fast identische Story, diesmal ein Intro-to-Cave zertifizierter Taucher, der mit einem zertifizierten Höhlentaucher komplexe Tauchgänge während ihres Urlaubs hier in Mexiko unternehmen.

Beide überleben.

Der Intro-to-cave Taucher nimmt seine Frau, die wie er als Rebreather-Taucher zertifiziert sind, auf Tauchgänge mit, die angeblich im Cavernbereich waren. Der Taucher hat keine weiteren Ortskenntnisse und kennt teilweise nicht einmal die entsprechenden Cavernleinen.

Beide überleben.

August 2014
Während der Ausbildung zum Höhlentaucher, entschliesst sich mein Student in Backmount zu einem Solotauchgang in Cenote Minotauro (diese Höhle hat keine Grotte). Seine saloppe Einstellung zu Sicherheitsfragen und andere Punkte (das wäre ein vollkommen neuer Blogbeitrag) sind der Grund, dass ich ihn nicht zertifiziere.

Er überlebt (auch meine Strafpredigt danach).

Februar 2015
Am Tauchplatz Grand Cenote komme ich mit zwei Tauchern ins Gespräch, die mich nach Tips für ihren zweiten Tauchgang fragen. Nach einem kleinen Kennenlernen, weise ich sie darauf hin, dass ein in Deutschland zertifizierter Cavern-taucher nicht darauf vorbereitet ist, von der Cavernleine einen Jump auf die Höhlenleine zu machen und darauffolgend einen Tauchgang strömungsaufwärts. Ich empfehle ihnen für den zweiten Tauchgang an der Cavernleine zu bleiben. Die Taucherin ist in der Vergangenheit schon mit Doppelgerät getaucht und wie gesagt zertifizierter Grottentaucher, ihr Freund als Höhlentaucher zertifiziert und auch Sporttauchlehrer. (18.02.2015)

Beide überleben.

Ich bekomme später die Gelegenheit, ihr den Intro-to-Cave Kurs zu unterrichten.

März 2016
Ein im Vorjahr als Höhlentaucher zertifizierter Taucher kommt wieder mit seiner Freundin; diese hatte im Vorjahr aus persönlichen Gründen (mir bekannt) auf eine Ausbildung zum Höhlentaucher verzichtet. Dieses Jahr nimmt der Höhlentaucher in Unkenntnis des Tauchplatzes und weil er Geld für einen Guide sparen wollte, sie in Sporttauchausrüstung auf einen Höhlentauchgang.

Beide überleben.

Während ich diese mir persönlich bekannten und in meinem Umfeld passierten Vorfälle, die ja alle keine Unfälle darstellen zusammenschreibe, fangen meine Hände das Zittern an. Mir ist schlecht und in meinem Kopf gehen all diese Gedanken quer rum. Hier manifestiere ich das schale Gefühl, welches ich bei jedem einzelnen dieser Vorfälle hatte; bei allen den mir gekannten Vorfällen habe ich reagiert und versucht, die Taucher von ihren Vorhaben abzuhalten und sie aufzuklären, welches Risiko sie eingehen und dass es das einfach nicht wert ist.

Es ist nichts in der Höhle, das es wert ist, es anzusehen und mit seinem Leben zu bezahlen.

Wenn wir die Unfallanlalysen ansehen, werden wir feststellen, dass Unfälle nicht passieren, weil die Höhlendecke einstürzt (meines Wissens nur zwei dokumentierte Unfälle von Explorern, die dadurch in der Höhle verstorben sind). Unfälle im Höhlentauchen passieren, weil man die seit vielen Jahren bekannten Ursachen, warum Unfälle passieren einfach ignoriert.

Grund Nummer EINS, warum Unfälle in der Höhle passieren ist, dass der Taucher keine formale Ausbildung im Höhlentauchen hatte, bzw. das Limit seiner Ausbildung überschreitet bzw. seine Fertigkeiten nicht aktuell gehalten hat, weil er nur sporadisch in der Höhle taucht.

All diese Faktoren sind bei den oben genannten Vorfällen vorhanden und nun frage ich meine Leser, wie lange sollen wir das aktzeptieren?

Hier geht es nicht darum, dass ich als Tauchlehrer oder ortsansässiger Guide mehr Geld verdienen will.

Hier geht es darum, dass ich vor Angst mir fast in die Hosen scheisse, weil mir selber persönlich nun schon so viele Vorfälle bekannt sind, dass es statistisch gesehen nur eine Frage der Zeit ist, bis der erste Taucher, den ich persönlich kenne (und vielleicht sogar trainiert habe) tödlich in der Höhle verunglückt oder selber an einem Unfall in unseren Höhlen hier beteiligt ist.

Liebe Leute, das ist keine Schwarzmalerei, im selben Zeitraum sind alleine hier in der Riviera Maya mehrere tödliche Unfälle im Cavernbereich passiert:
* Schnorchler (ohne Freitauchausbildung) in Dos Ojos beim Versuch des Durchtauchens von West nach Ost ertrunken
* Chac Mool Cavernguide mit zwei Sporttauchern offline in die Höhle und alle drei tot
* Kalimba, Höhlentaucher, solo dive – tot
* Schnorchler Mayan Blue – in den Überhang getaucht – tot
* Dos Ojos – Cavern Solo in Sporttauchausrüstung – tot
* Cenote Muchacho – Höhlentaucher mit medizinischer Vorgeschichte nach Trennung von der Gruppe und durch daraus resultierendem Stress an Land verstorben
* Calavera, Cavernguide verliert 3. Taucher der Gruppe, der später im Höhlenbereich gefunden wird – tot
* Touristin mit ihrem Schnorchelguide beim Schnorcheln ausserhalb der Öffnungszeiten der Cenote tödlich verunglückt (wegen Dunkelheit?)

Ich würde mir wünschen, dass dieser Beitrag überall geteilt wird und diskutiert wird und bitte sagt mir eure Meinung dazu, die Diskussion ist eröffnet und ihr könnt mir gern eine private Nachricht an Christine Loew schicken

Macht Tauchen in der Höhle sicherer. Macht mit.

Christine

(Beitrag wurde editiert und ein Vorfall und ein weiterer Unfall hinzugefügt.)

ViDAS – Leben

ViDAS ist das spanische Wort für Leben und steht für
Veterinarios Internacionales Dedicados a Animales Sanos
(Internationale Tierärzte, die sich für Gesunde Tiere getätigen). Die Gruppe hat sich um ein paar angehende Tierärzte aus USA gebildet, die die Notwendigkeit erkannt hatten, die Übervölkerung mit Strassentieren in den Griff zu bekommen. 2002 wurden die erste Klinik auf der Yucatan Halbinsel organisiert und von anfänglich 100 sterilisierten Tieren mit zwei Tierärzten und sechs Tierärzten im Studium ist sie dieses Jahr auf 1612 sterlisierte und kastrierte Hunde und Katzen mit über 80 Voluntären gewachsen (sowohl von örtlichen Organisationen und freiwilligen Helfern wie auch den ViDAS Tierärzten und Assistenten).

Bereits mehrere Male habe ich die jährlichen Kliniken besucht, 2010 mit einem Nachbarshund, 2011 mit dem fünfköpfigen Nachwuchs von Franky. Ob es sich dabei um ViDAS oder CANDI als Organisatoren drehte, ist eigentlich einerlei, die Hilfestellung, die sie offerieren, um das Problem der unkontrollierten Vermehrung von Strassenhunden- und Katzen zu vermeiden, ist unabhängig von Namen.

Statistisch gesehen, können zwei Hunde im fortsplanzungsfähigen Alter innerhalb von sechs Jahren 67.000 Nachkommen produzieren. In der Realität in den Strassen von Playa del Carmen ist es aber eine traurige Wahrheit, dass Welpen, welche ausserhalb der Obhut von Menschen geboren wurden, nur minimalste Überlebenschance haben; selbst Hündinnen, die ein Haus und Halter als Anlaufstelle haben, bringen vorsichtig geschätzt, nicht einmal die Hälfte ihrer Jungen durch. Das liegt zum einen an einem unterschiedlichen Verständnis, wie man ein Haustier behandelt, oftmals auch an Geldnot, an mangelnder Information oder einfach dem typisch mexikanischen Credo, Mañana, irgendwie wird sich alles schon richten, Hauptsache ich muss nichts tun.

Der meiner Ansicht nach einzig richtige Ansatz ist, dieses Problem an der Wurzel zu packen und zum einen alle Haustiere ausnahmslos zu sterilisieren und zu kastrieren und zum anderen die Tierhalter und die Bevölkerung allgemein dazu anzuhalten, sich tierschutzgerecht zu verhalten.

Ich bin sehr froh, dass wir hier in Playa del Carmen mit Coco’s Cat Rescue eine Organisation haben, die ganzjährig Hunde und Katzen zu Selbstkosten bzw. auf Spendenbasis sterilisiert. Sie haben auch in den vergangenen Jahren die Koordination der jährlichen Kliniken übernommen.

Vor zwei Jahren konnte ich arbeitsbedingt nur am letzten Tag einige der Veterinäre zurück an den Flughafen fahren, in 2013 habe ich mit einer kleinen Spende für die tägliche Getränkeverpflegung gesorgt; dieses Jahr konnte ich an 2 vollen Tagen und einem Nachmittag mich voll der Arbeit vor Ort widmen.

Bei den Tieren, denen ich bisher hier in Mexiko geholfen habe, hatte ich immer das Gefühl, wenn ich nicht einspringe, dann keiner und das Tier verendet. Das gute Gefühl, wenn man was erreicht hat und das Tier schliesslich adopiert ist, geht oft unter in dem überwältigenden Druck, dass man nicht mehr machen kann und als Einzelperson immer nur wenigen Tieren helfen kann. Um so gigantischer empfinde ich es, wenn ich mich wie dieses Jahr als Teil eines Netzwerkes nicht nur fühle, sondern auch tatsächlich sehe, weil jede Person der anderen zuarbeitet; Hunde und Katzen werden gewogen, erfasst, entwurmt und bekommen die erste schmerzstillende Medikation; danach kommen sie in den Vorbereitungsbereich, wo sie anästhesiert werden, intubiert und rasiert werden, sie werden sterilisiert, um danach im Aufwachraum 1 unter Beobachtung aus der Narkose aufzuwachen, während sie auf allgemeine Krankheiten untersucht werden. Ihnen werden die Nägel geschnitten (bei Hunden) und das Fell gebürstet und auf Parasiten untersucht bzw. behandelt. Danach werden sie an die Besitzer im Aufwachraum 2 weitergegeben, bis sie wieder soweit wach sind, dass sie laufen können. Hier bekommen die Halter weitere Informationen für die Nachsorge, Antibiotikum und wichtige Tipps für die richtige Tierhaltung.

Dieses Jahr war ich Teil davon und ich bin unsagbar stolz darauf, dass ich mit so vielen tollen Leuten arbeiten durfte. Herzlichen Dank.

copyright©PauloMaçarico2014

copyright©PauloMaçarico2014


some of the beautiful people that came together for this cause

some of the beautiful people that came together for this cause

Der Hund mit den vier Namen

Ambar

Erinnert ihr euch noch an die Geschichte des Hundes ohne Namen? Lui ist nach Kanada gereist und obwohl das Happy End noch aussteht, vermisst er nichts, weil er komplett in einer Pflegefamilie integriert ist.

Die Geschichte dieses Hundes ist ähnlich und doch so anders.
Einst war er ein süsser Welpen mit schrumpeligen Gesicht und babyweichem Fell; höchstwahrscheinlich wurde er der Familie geschenkt oder er hat sich als Halbwüchsiger in den Augen seiner Familie schlecht benommen. So haben sie ihn verstossen; ihn einfach auf die Strasse gelassen. Doch das reichte nicht, weil er immer wieder in den Garten wollte; also haben sie ihn geschlagen und mit heissem Wasser übergossen, damit er von diesem Haus wegblieb.

Er hat seine Lektion gelernt, doch ist der Gegend treu geblieben und ich habe seine Geschichte mitverfolgen können.

Es hat lange gedauert, bis ich gemerkt hatte, dass er verstossen ist, denn ich hab ihn ja immer nur auf Spaziergängen mit meinen Hunden gesehen und er sah eigentlich immer gut genährt aus. Irgendwann fragte ich jedoch die Nachbarskinder und die erzählten mir seine Geschichte. Von da an, habe ich ein Auge auf ihn gehabt und habe festgestellt, dass er verschiedene Anlaufstellen zum Füttern und Unterkunft bei Regen hatte. Als er jedoch eines Tages hinkte, habe ich mir grosse Sorgen gemacht. Auch habe ich ihn einige Tage nicht gesehen und so habe ich mir zu meinem Geburtstag das Versprechen gegeben, ihm zu helfen.

Ich habe ihn Ambar genannt, weil er die schönsten bernsteinfarbenen Augen hat, die man sich vorstellen kann.

Ambar hatte immense Angst, in mein Haus zu gehen. In seiner Angst versteift er sich und friert ein, er wird bewegungslos. Mit viel guten Worten (und anfangs auch über die Schwelle tragen) und vielen tollen Belohnungshappen habe ich ihn nach einigen Wochen nun soweit, dass er mit einer kleinen Aufforderung nachtrabt. Immernoch zögert er an den Häusern, an denen ihn Hunde in der Vergangenheit angebellt hatten und ich muss ihn ermuntern weiterzugehen. Sein Training ist einfach, weil er wirklich schlau ist, aber auch schwierig, weil er sehr erregbar ist. Wenn es zum Beispiel Zeit zum Spazierengehen ist, dann springt und bellt er und ist so erfreut, dass auch meine halbwegs erzogenen Hunde wieder alte Unarten zeigen. Ihm dies abzugewöhnen, wird noch einiges an liebevollem Training erfordern.

Auf meinen Spaziergängen mit ihm nun habe ich gelernt, dass er mindestens 4 Namen hat:
– Güero – Blondie
– Perri – Hundchen
– Chato – Stubsnase
– Ambar – den Namen von mir.

So schön es ist, dass er viele Freunde hatte, so wichtig ist zu verstehen, warum ich ihn trotzdem aufgenommen habe. Es sind zum einen die Kinder gewesen, die ihn kannten und mit ihm spielten, denen ich ein gutes Beispiel gegeben möchte, als ich den Hund in Pflege genommen habe. Aber auch die Erwachsenen, die mir von den Problemen erzählt haben, dass er nicht in ein Haus gehen will (einige wenige hatten ihn versucht, bei sich aufzunehmen), kann ich mit meinem Training beweisen, dass es nicht in der Natur des Hundes liegt, auf der Strasse leben zu wollen (das sind oft gehörte Aussagen), sondern die anerzogene Verhaltensweise, weil er in seinem ersten Heim ja permanent bestraft wurde, wenn er ins Haus wollte. Und natürlich für Ambar, der nun ca. 2 Jahre als ist und viele Schrammen und Wunden im Gesicht und Körper hat, von den Misshandlungen durch Menschen, von Kämpfen mit anderen Hunden und von Autounfällen, die leider hier sehr häufig sind.

Ambar ist bereit für sein neues Zuhause. Er ist gesund, kastriert, geimpft.
Er ist in Playa del Carmen, Mexiko und bitte helft mir ihm ein gutes Heim zu finden.
Wir können auch über die Grenzen adoptieren.

Three Times makes Easy

oder Wie man sich am besten auf eine Prüfung vorbereitet

PADI hat mit seinen Materialien für das Selbststudium eine Vorreiterrolle eingenommen, die ihnen zu einem Vorsprung in der Vermarktung verholfen haben. Meiner Ansicht nach, beisst sich das Konzept aber selbst in den eigenen Schwanz, weil die Tauchlehrer, die die Materialien verwenden, aus Zeitgründen die falsche Vorgehensweise verstärken.

Ein all zu typisches Beispiel:

Kunde kommt in den Laden und möchte seinen Tauchkurs beginnen. Die Frage nach vorhergehender Erfahrung beantwortet er mit nein und ach ja, ‘ich bin auch nur eine Woche hier’. Ihm wird das Buch in die Hand gedrückt und wenn der Tag noch nicht zu weit fortgeschritten ist, dann auch gleich die entsprechenden Videos (falls sie für den Kurs vorhanden sind). Die Wiederholungsfragen werden unmittelbar nach dem Video beantwortet und aus Zeitmangel wird auch oft mal gesagt, dass man sich die “Quick Quizzes” an der Seite ansehen soll. Wenn man die nach dem Video beantworten kann, dann ist das ok und man braucht nicht das ganze Buch zu lesen, wenn nicht, einfach den entsprechenden Abschnitt im Buch nachlesen. Da gerade bei PADI die Antworten im Anschlusstest fast nur reine Auswahl der richtigen Antworten ist, ist die Chance recht hoch, dass das Ergebnis zufriedenstellend ausfällt

Ich geb es zu, ich habe meine Tauchschüler auch schon so geprept.

Die Frage ist, ob der Tauchschüler tatsächlich alles Notwendige im Langzeitgedächtnis abgespeichert hat.

Bei der Lektüre zu einem etwas anderen Thema – nämlich klassischer, instrumentaler und operanter Konditionierung – bin ich dann auf diese überaus ausführliche Seite gestossen und das Einleitungskapitel hat mich zu diesem Blog inspiriert.

Hier das Zitat:

The ideal way to use the study questions is to ignore them initially and read the chapter front to back like a story. Most students need to get started several days in advance and read one major section at a time, to avoid last minute cramming. Later on, use the study questions to make sure you are clear on the basic points of the chapter. Follow steps 1, 2 and 3 below.

After you have given yourself a chance to soak up the information naturally, then (and only then) use the study questions to check your comprehension. Follow this procedure:

What is the handy three-part technique for getting top grades?

1. Do not test yourself immediately after reading. Wait at least a minute. Turn your mind to some other subject. You must clear out short-term memory in order to determine whether you can retrieve information from long-term memory. <.....>

2. Take a blank sheet of paper and set the paper over the text column, so that you see only the column of study questions. This is important to assure the answers are not visible in your peripheral vision and also to eliminate contextual cues like headings that will not be present during a quiz.

3. With the text column covered, ask yourself each study question and see if you can discuss the answer intelligently from memory. If you cannot, repeat this three-part strategy, and do not be satisfied until you can go through the whole chapter doing this, answering the questions without looking at the text. Then you should get a top grade on the quiz, because the quiz items are based directly upon topics mentioned in the study questions.

Do not simply look back and forth between the study questions and the text column. That is an ineffective study technique, because if you look at the answer you will have it fresh in your mind, and you will always feel you know the answer when the material is fresh in your mind. The real question is whether you can answer the study question a minute or two after you have read the material and after you have taken your mind off it for a few minutes.

Are there people who can skip this advice and still do well?

Not everybody needs to do this. In every class there are a few students who read a chapter once, understand it, and get a high grade on the test. This depends on the chapter. A student with a good biology background might do well after a single reading of Chapter 2 (…) but might need to read Chapter 5 (…) more than once. Students show large individual differences in judgments about which chapters were easiest or hardest, most interesting or least interesting. People vary in their tastes as readers as well as their ability to assimilate unfamiliar college-level material.

Aus der Seite Psych Web von Dr. Dewey

Für solche Studenten, denen das Wissen nicht sofort zufliegt, ist seine Schlussfolgerung, dass man eine neues Thema dreimal studieren sollte (intensiv durchlesen und nichts sonst), damit es verstanden wird und man es zu seinem eigenen Gedankengut macht. Und dies nennt es sein “Three Times makes Easy”.
In der ersten Stufe macht man sich mit der Thematik bekannt, aber es entsteht noch kein stimmiges Ganzes. Der Student sagt, ‘Ich hab das studiert’, aber er kann noch keine Antworten auf die Wiederholungsfragen geben, wenn das Buch geschlossen ist.
Beim zweiten Durchlesen formen sich Verlinkungen. Einige Dinge beginnen Sinn zu machen. Der Student kann auf diesem Level isolierte Antworten geben, die korrekt klingen, aber er kann sie nicht diskutieren, was sie in einem grösseren Kontext bedeuten.
Beim Dritten Durchlesen wird alles klar. Oft erscheint es in der Rückschau als einfach oder selbstverständlich. Ein Student auf diesem Level fühlt sich mit dem Material vertraut und könnte es einem anderen Studenten beibringen.

Alles was notwendig ist, um Lernen einfach zu machen, ist das dreimalige Lesen.

PADI hat dieses Dilema augenscheinlich gelöst, in dem sie das Wissen via Video, Textbuch und praktischer Wiederholung anhand von Wiederholungsfragen, Abschlusstest und den praktischen Anwendungen in und am Wasser anwendet. Überdies verpflichten sie zum Kauf des Buches. Aber ist es der richtige Weg und hat der Student auch alles wirklich verstanden und absorbiert?

In Erinnerung ist mir auch mein Blog über das Lernen gekommen, in dem ich über ähnliche Mechanismen der Kompetenzstufenentwicklung geschrieben habe.

Meine Bitte an alle, die Lernen wollen. Nehmt euch die Zeit dafür.

Immer gut Luft
Christine
PS: Die Idee für diesen Beitrag kam übrigens zustande, weil ich im Lernen bin, wie ich meine Hunde am besten trainieren kann, da offensichtlich kein grosses Angebot an guten Trainern hier in meiner Gegend besteht.

Taucher und Druckausgleich

In der Praxis begegne ich sehr häufig Tauchern, die obwohl sie bereits seit vielen Jahren tauchen, dennoch die falsche Druckausgleichstechniken anwenden. Wie jede schlechte Angewohnheit ist es umso schwieriger eine einmal gelernte Verhaltensweise umzulernen, als von Anfang an das Korrekte zu erlernen.

Auch Tauchanfänger bekommen oftmals die falschen Informationen, die dazu führen, dass der Taucher während oder nach dem Tauchen Beschwerden hat.

Als Tauchlehrer mit über 10 Jahren Erfahrung im Unterrichten von Anfängern bis hin zum technischen Tauchen in Höhlen (dies seit 2009), ist es mein Bestreben auch bei “nur” geführten Tauchgängen, solche Fehlinformationen und falsches Verhalten zu korrigieren. In Kursen ist es sowieso fester Bestandteil und ich bin stolz, dass ich vielen schon helfen konnten, die sonst vermutlich wenig Freude beim Tauchen hätten.

Seitdem ich den Link von Dr. Edmund Kay mit dem hervorrangenden Video eines Vortrags über den Druckausgleich gefunden habe, hilft eingangs schon ein Verweis auf dieses Video verbunden mit dem Einüben der korrekten Techniken am Tauchplatz und während der Tauchgänge vor allem beim Abtauchen. Leider ist die Seite und das Video “The Diver’s Ear – Under Pressure” nur auf Englisch vorhanden. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich dann auf die deutsche Übersetzung des Vortrages gestossen bin.

Druckausgleich – Wie vermeidet man ein Mittelohr- Barotrauma.

Ich kann es nur wiederholen, das Lesen, Üben und Anwenden der korrekten Techniken hilft Probleme und Schmerzen zu vermeiden.

Einige der oft gehörten Aussagen:

Meine Tuben sind sehr eng und ich kann den Druckausgleich nicht richtig machen und es schmerzt immer.

Natürlich gibt es pathologische Veränderungen, die dauerhaft den Druckausgleich erschweren oder Erkrankungen wie Schnupfen, Allergien, die die Durchgängigkeit der Tuben so weit herabsetzen, dass ein Druckausgleich nicht herbeigeführt werden kann. Dann heisst es aber: absolut tauchuntauglich (wenngleich im Falle des Schnupfens etc. dies meist nur temporär tauchuntauglich ist).

Die Enge der Tuben ist nicht der Grund der Schmerzen, sondern dass zuwenig Druckausgleich herbeigeführt wird, zu spät oder die falsche Technik angewandt wird.

Mein Arzt hat gesagt, dass ich immer Probleme und Schmerzen haben werde und das ist ok.

Diese Aussage habe ich tatsächlich so gesagt bekommen. HALT, nein, es ist nicht ok!

Am Ende des Urlaubes geht es dann.

Ich würde den Tauchern wünschen, dass es bereits am ersten Tauchtag gut klappt und man kann dies mit der richtigen Druckausgleichstechnik erlernen. Am Ende des Urlaubs hat der Taucher sonst ein Barotrauma oder mit viel Glück sich dann durch die Erfahrungen während der Tauchgänge in seinem Verhalten so angepasst, dass weniger Schmerzen auftreten. Es geht auch schmerzfrei!

Ich habe Tropfen dabei, die ich immer nehme.

Im eigentlichen Sinne der Tauchtauglichkeit ist der Taucher nicht fit für den Tauchgang, wenn er Medikamente nehmen muss.

Ich habe nach dem Tauchen immer das Gefühl, wie wenn ich Watte in den Ohren habe und schlecht höre.

Das Trommelfell hat höchstwahrscheinlich schon ein beginnendes Barotrauma und dieses Anzeichen sollte ernst genommen werden. Man sollte mit dem Tauchen ein paar Tage aussetzen, bis sich das Hörvermögen wieder normalisiert hat.

Ich brauche etwas länger für den Abstieg.

Erstmal ist dagegen absolut nichts einzuwenden. Der Taucher, der am meisten Zeit benötigt, gibt das Tempo vor. Problematisch wird es, wenn die Buddyteams getrennt werden (mein Partner wartet schon mal unten auf mich), wenn es Strömungstauchgänge sind (mit unterschiedlicher Strömung an der Oberfläche und im Freiwasser bzw. am Grund) und vor allem dann, wenn in Strömung der Tauchplatz auch noch relativ klein ist. Jeder Taucher sollte sich im Urlaub immer eintauchen und diese Tauchgänge gegen Ende legen, wenn alles wieder wie geschmiert läuft. Sind jedoch die Druckausgleichsprobleme bis dahin nicht behoben, gibt es leider eine Einschränkung und diese Tauchplätze sind nicht für diese Taucher geeignet. Im Falle des Grottentauchens muss man auch noch berücksichtigen, dass während des Tauchgangs mehrmals Tiefenwechsel stattfinden können und man bei manchen Grotten- oder Höhlentauchgängen durch flache Bereiche taucht und danach wieder abtauchen muss, um an den Ausstieg zurückzukommen.

Noch niemand hat mir das zuvor gesagt

Auch wenn der Taucher es nicht hören will und sich auch vielleicht in seiner Taucherehre gekränkt fühlt. Aber aus Gründen der Tauchsicherheit behalte ich mir das Recht vor, Tauchplätze nicht anzubieten, wenn ich das Gefühl habe, dass es über das taucherische Können des Tauchers hinausgeht. Und im Fall von Druckausgleichsproblemen sollte der Taucher selber seine Gesundheit ernst nehmen. Damit es zu keinem Unfall kommt, der aus Unwissenheit über die Tauchbedingungen passiert, bin ich in diesem Fall lieber übervorsichtig. Risikobereitschaft und “Das wird schon gut gehen” Denken haben im Tauchsport nichts zu suchen.

Vielen Dank an dieser Stelle an Dr. Edmond Kay und an © M. Uhlmann / 200bar.de für die Übersetzung.

In diesem Sinne, allzeit gute Tauchgänge, und viel Spass beim Üben der verschiedenen Druckausgleichstechniken.

Christine

Der Hund ohne Namen

Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, war ich auf dem Weg zu einem anderen Hund, dessen Halter ich helfen wollte, seinem Hund eine bessere Lebensqualität zu erreichen. Ich bereitete mich darauf vor, einen älteren Hund zu sehen, der so unterernährt war, dass er nicht mehr stehen konnte, der wegen einer rheumatischen Erkrankung zu starke Schmerzen hatte, dass er nicht mehr essen wollte.

Und dann sah ich ihn; er lief auf die Strasse, fast vor mein Auto. Ein Junghund von vielleicht 6 Monaten, zaundürr, dreckig und mit einer offenen Wunde an der hinteren Pfote. Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich stoppte das Auto und stieg schimpfend und wetternd aus, schimpfend auf den Hund und die Leute, die in der Nähe waren. Ich fragte, wem er gehört, wer sich um ihn sorgt, was für seine Behandlung getan wurde. Die Antworten kamen spärlich, erst unfreundlich, dann sogar unhöflich und sogar mit der Polizei drohend; als ich nicht nachgab, um zu erfahren, wer der Hundehalter ist, wurden die Türen geschlossen. Also nahm ich den Hund mit.

Er legte sich auf den Boden in Demutshaltung und wedelte verzweifelt mit dem Schwanz. Er hat mich vor lauter Angst angepinkelt, als ich ihn aufnahm. Zuhause habe ich in von meinen Hunden entfernt gehalten, weil ich ja wusste, dass er keine Impfungen hatte und ich nicht sicher sein konnte, dass er keine ansteckenden Kranheiten hatte.

Nein, darauf war ich nicht vorbereitet, aber meine Scheuklappen waren unten und ich konnte nicht wegsehen. Unterernährte Hunde sehe ich täglich, aber wenn ich offene Wunden sehe und dann dieses Egal-gefühl der Leute, die sich eigentlich um das Tier kümmern sollten, das ist zuviel. Am nächsten Tag sollte ich um 9:00 meinen Tauchschüler abholen, aber um 9:00 machte der Tierarzt erst auf. Also mit dem Hund zum Taucher, diesen einladen und ab zum Tierarzt. Danke, Franco, dass ich das machen konnte. Der Hund wurde tagsüber beim Tierarzt vesorgt und abends habe ich ihn nach meiner Arbeit wieder abgeholt.

Mein grösster Dank geht auch an meinen Tierarzt, Dr. Ruben von Sanimal in Playa del Carmen, der sich wunderbar um meine Tiere kümmert und auch um alle anderen, die ich zu ihm bringe. Ohne ihn wäre ich wahrlich aufgeschmissen. Die nächsten 2 Wochen war ich täglich bei Tierarzt, damit er den Verband wechseln konnte und vor allem auch die Wunde beobachten, ob sie sich nicht doch entzündet und mit stärkere Antibiotika behandelt werden muss. Wir hatten auch diesmal Glück. Na ja, es ist immer relativ, der Hund hatte eine Fraktur in den Zehenknochen, ein Knochensplitter fiel nach ein paar Tagen ab, die extreme Schwellung der Pfote ging zwar zurück, aber es blieb zum Schluss eine Fehlstellung der Zehen und er läuft nun sehr stark auf dem Ballen, so dass dieser mehr geschwollen ist als normal und eine Zehe steif blieb und nach oben zeigt. Die Verletzung war nach Aussagen meines Tierarztes bestimmt schon 10-14 Tage alt und ausser abwarten wie alles verheilt, war erstmal nicht mehr zu machen.

Nach ein paar Wochen kamen wir überein, dass die Wunde den Umständen entsprechend sehr gut verheilt ist, der Hund läuft und tollt wie jeder junge Hund und hat offensichtlich keine Schmerzen mehr. Eine Korrektur des falsch verwachsenen Knochen erscheint mir daher mit mehr Schmerzen als Vorteilen verbunden. Mein nächstes Anliegen war ihn zu kastrieren.

Und ihm danach ein Zuhause zu suchen.

Denn niemals wollte ich noch einen Hund mehr. Nun eigentlich wollte ich auch keine 6 Hunde; ich war mit meinem Hund Nr. 1 glücklich und kam nur durch ein Zusammenspiel verschiedener Umstände zu allen anderen (das erzähl ich vielleict ein ander Mal). Kann ich ein weiteres Maul füttern? Nun, das ist nicht das Problem, die 15 Pesos mehr täglich kann ich verkraften. Was ins Geld geht sind all die Flipflops, die er zerkaut (ja ich weiss es ist er, weil das im Welpenalter und wenn sie so viel alleine sind, schon fast normal ist). Kostenintensiv ist es, wenn sie geimpft werden müssen, wenn sie krank sind; selbst die Zeit, die ich eigentlich jedem einzeln widmen müsste, das Geld, welches ich nicht habe, um zu lernen, wie man sie richtig trainiert oder auch mal jemand zu engagieren, der mit ihnen spazieren geht, wenn ich wieder mal den ganzen Tag ausser Haus bin. In Urlaub fahren, heisst nun doppelt sparen, für mein Hotel und das Hundehotel. Nein, das Geld habe ich nicht, es geht momentan eben so irgendwie und ich will nicht über das Später nachdenken.

In all der Zeit lernt man so ein Tier natürlich kennen, genauso wie man Menschen kennenlernt, wenn man länger mit ihnen zusammenist. Und es schmerzt, wenn man sich dann trennt. Aber das ist kein Grund, ihn nicht herzugeben. Menschen ziehen weiter, die Tiere, denen ich helfen will, gehen zu anderen Familien. Allerdings suche ich ein Heim für ihn, das zumindest besser als meines ist und dass ihm eine Zukunft gibt. Dieses Versprechen habe ich ihm gegeben, als ich ihn am ersten Tag im Arm hatte.

Hier ist nun meine Bitte. Ich benötige die Hilfe von euch, meine Freunden, Bekannten, Gleichgesinnten, die mir helfen, dass er ein Heim findet. Es ist nur möglich, wenn wir alle zusammenarbeiten. Meine Arbeit mit ihm ist – fast – getan, nun muss er weiterziehen. Bitte, helft mir, damit ich weiteren Tieren in Not helfen kann.

Seinen endgültigen Namen hat er übrigens von mir am 2. Tag bekommen. Am ersten Tag beim Tierarzt hiess er noch Bigfoot, aber das es der 13. Mai war und der Geburtstag meiner Mutter, habe ich ihn ihr zu Ehren Lui getauft.

Lui, sei glücklich, finde deine Familie und lebe ein langes Leben.

Flashmob

Als Flashmob bezeichnet man eine Gruppe von Personen, die sich für den Aussenstehenden scheinbar zufällig zusammenfinden und eine Aktion durchführen.

Anfang Juni 2013 haben sich 16 Taucher aus insgesamt 11 verschiedenen Nationen einem Aufruf von HP Hartmann folgend in einer Cenote hier in der Riviera Maya zusammengefunden und ich war auch dabei. Das Ergebnis kann man hier als First Ever Cave Diving FlashMob ansehen.

Selbst mehrere Wochen später klingt dieser Tag immer noch in mir nach als einer der Highlights des Jahres 2013; und dies wird auch noch lange anhalten. Als Höhlentaucher kenne ich die Vielfältigkeit und Schönheit der unterschiedlichen Systeme hier und geniesse dies mit jedem Tauchgang. Es ist aber gar nicht so einfach, jemandem diese Schönheit zu erklären und vor allem auch die oft gehörte fälschliche Vorstellung von dunklen und engen Höhlen zu übermalen. Selbst gute professionelle Fotos oder Videos zeigen immer nur einen begrenzten Ausschnitt. In diesem Video sind mehrere Elemente vereint, die die Perspektive erweitern. Zum einen natürlich die grosse Anzahl von Tauchern, die mit Steve während des Tauchgangs zusammentreffen und auf dem Höhepunkt sich alle gemeinsam auf dem gleichen Kurs befinden. Alle Lampen zusammen strahlen die Höhle aus und die Dimension dieses enorm grosse Tunnels wird auch auf dem 2-dimensionalen Medium fassbar. Darüber hinaus waren einige von uns zusätzlich auch mit extrem starken Videolichtern ausgestattet. Ein überaus effektiver Trick ist das synchrone Schwenken unserer Lampen, mit dem wir eine Dreidimensionalität in das Video bringen, die ich sonst so noch nicht gesehen habe. Der Effekt, dass die Taucher zuerst angeleuchtet sind und dann als Silhouette vor der erleuchteten Höhle stehen und dies im Wechsel, ist einfach gigantisch. Selbst die Verzögerung, die man erkennt, bis alle Taucher in die Aktion einsteigen, erhöhen nur den Endeffekt. HP hat dieses Video in einem Durchgang geschossen und wie immer hat er schöne lange Kamerafahrten. Da er mit dem Scooter unterwegs war, konnte er schnell die Position wechseln und dies hat auch bei seinen Videofahrten am gesamten Team vorbei oder von der einen Seite der Höhle auf die andere geschickt ausgenützt. Kurzum, dieses Video ist dazu geeignet, jedem, auch den Ängstlichen, die Schönheit dieser unterirdischen und nicht für jeden erreichbaren Welt vorzuführen.

Für mich als Teilnehmer war dieser Tag besonders, weil es Spass machte, weil wir unter Freunden waren, weil es nicht ums Geldverdienen ging, sondern darum, einen schönen Tag mit Höhlentauchen zu geniessen und ihn mit Freunden und einem geselligen Zusammensitzen auch ausklingen zu lassen. Dies kann man ein bisschen im Making of Cave Flashmob sehen.

Und damit ihr seht, dass wir wirklich unglaublich Spass hatten, hier zum Schluss noch unser Harlem Shake:

Happy Diving
Christine

Reklamationsbearbeitung

diese Email habe ich als letze Massnahme, weil ich keine Idee mehr hatte, was ich sonst noch unternehmen könnte, am 19.09.2012 losgeschickt, darin wurde Fr. Tangerer direkt und der Verkauf von Camaro angeschrieben. Während eine Lesebestätigung aus dem Verkauf bereits am 03.10.2012 eintraf, habe ich heute von der email von Fr. Tangerer eine Lesebestätigung erhalten. Für eine Beantwortung meiner email oder Bearbeitung meiner Reklamation hat sich aber offensichtlich keiner zuständig gefühlt.

Kundenservice in seiner negativsten Ausprägung. NEIN zu Camaro
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Liebe Frau Tangerner,

wir hatten das Vergnügen uns in Düsseldorf 2011 anlässlich der Boot persönlich kennenzulernen und ich habe mich sehr gefreut, dass Sie mir damals die Möglichkeit gegeben hatten, mein Feed-back direkt auf Management- Ebene abgeben zu können.

Zur kleinen Erinnerung: Ich arbeite als Tauchlehrer in Playa del Carmen, Mexiko und gehe daher fast täglich tauchen.
Im März 2010 habe ich mir durch ihren Distributor für Mexiko, Azul Sin Limites (AsL), einen Camaro Neoprenanzug Hydronomic 7mm gekauft. Diesen habe ich ihm Wechsel mit einem Anzug einer anderen Marke getaucht.
Bereits nach kürzester Zeit gab es jedoch am Neopren extreme Verschleissspuren und auch das Neopren ist innerhalb weniger Wochen merklich geschrumpft.
Ich habe dies dann bei AsL reklamiert und den Anzug zurückgegeben, damit ich einen Austausch- Anzug erhalte. Damals war dafür noch H.r Peter Broger zuständig. Seinen Aussagen nach wäre das Problem von Camaro erkannt geworden, jedoch gäbe es Probleme mit der Liefersituation, so dass weder von Camaro Österreich noch USA in nächster Zukunft Anzüge zu erwarten gewesen wären. Auf der Messe im Januar 2011 habe ich mit Ihnen dann die Problematik besprochen und Sie haben mit mündlich den unbürokratischen Austausch des Anzugs zugesagt.
Mit dieser Information kam ich dann zurück und habe dies an Herrn Broger weitergeleitet, der jedoch immer noch sagte, dass die Liefersituation schlecht aussieht.
Seit Herr Broger nicht mehr mit AsL arbeitet, ist die Situation noch schlimmer geworden, da besagte Firma inzwischen vor Ort kein Lager mehr hat, die Mitarbeiter offensichtlich nur in Teilzeit arbeiten und weder auf Telefonate noch Emails reagieren. Die Zentrale von AsL in Guadalajara wurde von mir mehrmals angeschrieben und die Reklamation geschildert und ich habe mehrere Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen, jedoch kam auch hier nie eine Antwort. Immer wurde mir zugesagt, dass man mit der Geschäftsleitung spricht und wieder auf much zukommt und so zieht sich das dann das eine um das andere Monat hin. In Mexiko gehen alle Uhren sowieso langsamer und die Liefer- und Zollprobleme sind tatsächlich bekannt und ich war immer bereit, geduldig zu sein. Hier wird offensichtlich jedoch meine Gutmütigkeit ausgenützt.

Nun sehe ich auf der Internetseite von Camaro, dass für Mexiko kein Händler mehr genannt ist, offentsichtlich wurden die Probleme mit AsL richtig erkannt und die Geschäftsbeziehungen eingestellt. Was mache ich nun mit meiner unerledigten Reklamation? Gibt es von Ihrer Seite noch Möglichkeiten, auf die Geschäftsführer von AsL positiv einzuwirken, dass sie mir entweder mein Geld zurückerstatten oder mir erlauben, andere Waren mit gleichen Wert einzukaufen? Was können Sie sonst noch vorschlagen?

Bitte zögern Sie nicht, mich anzuschreiben, wenn Sie weitere Details benötigen, anbei die Rechnung und zwei Fotos der Schäden (ich habe noch mehr, jedoch wird die Datenmenge zu gross). Ich bedanke mich im voraus für Ihre Zeit und die Unterstützung.

Mit freundlichen Grüssen

Christine Loew
PADI IDCS
TDI Cave Instructor
Playa del Carmen, Mexico
info@diving-caves.com
christineloew@gmx.de

Einige Betrachtungen über das Tauchen – in Bezug auf Ausrüstung

Oder warum sehe ich Tauchen in Sidemount als die technisch ausgereifteste Form?

Wir Taucher gehen aus den verschiedensten Gründen ins Wasser, einer weil er Fische sehen will, der andere weil er die Ruhe geniesst. Wieder ein anderer weil der das Abenteuer sucht, ein nächster, weil er Reisen liebt.

Allen gemein ist, dass wir im Medium Wasser uns Tauchausrüstung bedienen müssen, damit wir nicht nur überleben, sondern uns auch angemessen wohl fühlen können. Was erwarte ich nun von einer Tauchausrüstung?
Maske: damit ich unter Wasser sehen kann.
Flossen: sollen mir Vortrieb geben und das Manövrieren erleichtern
Anzug: soll mich warm halten und mich nicht in der Bewegung einschränken.
Lungenautomaten: sollen mir jederzeit ohne grosse Atemarbeit gut Luft spenden
Tartiereinheit: soll mir jederzeit neutralen Auftrieb verschaffen und positiven Autrieb an der Oberfläche erhalten

Das sind nun in aller Einfachheit die Anforderungen an meine Tauchausrüstung. Vielleicht schreibe ich auch einam einen gesonderten Beitrag über Anzug, Lungenautomaten, Flossen und Maske, jedoch möchte ich mich heute auf die Tariereinheit konzentrieren.

Der Mensch hat sich in seiner Evolution aus der vierfüssigen Position in eine aufrechte Position entwickelt, weil evolutionstechnisch dies an Land entscheidende Vorteile gebracht hat. Wir haben gelernt, den Körperschwerpunt (KSP) zu spüren und zu nutzen. Allein beim Gehen können wir die Teilkörperschwerpunkte auf geschickte Art so aufeinander abstimmen, dass wir nicht umfallen. Babies lernen das und wer mal gestolpert ist, weiss was es bedeutet, den Körperschwerpunkt nicht mehr über den Füßen zu haben, d.h. der KSP kann anders als bei starren Körpern sich bewegen und auch ausserhalb des Körpers sein. Aus den evolutionstechnisch bedingten Gründen liegt der Körperschwerpunkt eines Menschen unterhalb der rechnerischen Mitte, also näher zum Boden hin. Das erlaubt uns eine relativ stabile Position ohne zu aufwändige Muskelarbeit.

Was ist aber der KSP? Der Körperschwerpunkt ist ein fiktiver Punkt, in dem die Masse des gesamten Körpers gedacht werden kann und Angriffspunkt der Schwerkraft, d.h. im KSP halten sich die Schwerkraftmomente aller Masseteile die Waage.
Körperschwerpunkt Tauchen KSP Sidemount

Aus der aufrechten Position des Landlebewesens, kommt der Taucher nun in die horizontale Position. Wir sind nun in anderen Lebensumständen und können die Evolution beschleunigen, indem wir die Notwendigkeiten betrachten und dann das Beste auswählen:

Übung Nr. 1:

Bring dich im Wasser mit kompletter Ausrüstung in neutrale Tarierung, versteife keine Muskeln, keine Bewegungen der Arme oder Flossen. Ich empfehle diese Übung ab einer Wassertiefe von ca. 5 m, vor allem wenn man einen Neoprenanzug anhat. Das Neopren komprimiert sich mit zunehmender Tiefe und verändert daher deinen Schwerpunkt. Normalerweise werden wir nicht flacher als 5 m tauchen, was die normale Tiefe für Sicherheitsstopps gilt. (zur Ausnahme komme ich später).
Aufgrund des KSP werden wahrscheinlich deine Beine absinken.

Wenn du schon ein fortgeschrittener Taucher bist, wirst du gelernt haben, dem vorzubeugen durch eine Umverteilung des Bleis, durch leichtere Flossen, durch dickere Füsslinge, durch eine leichte seitliche Wischbewegung der Flossen (im englischen Sculling genannt).

Die Tariereinheit selber kann man nicht viel verändern zu der gekauften Version. Klodeckel hatten einen Luftschlauch im den Hals, Jackets haben die Luftverteilung mehr an den Körper um den unteren Brustraum gebracht und die Verteilung je nach Konstruktion des Jackets verteilt; man erinnere sich an die ADV- Jackets mit ihrer ohnmachtssicheren Position an der Oberfläche versus herkömmlicher Jackets. Wings haben die Luftblase zwischen Flasche (grösserer negativer Abtrieb) und Körper des Tauchers gebracht. Viele Sidemountsysteme haben den Stil der Wings imitiert, jedoch habe ich die Flaschen ja nicht mehr auf dem Rücken, daher ist für mich die technisch ausgereifteste und evolutionär am weitest oben stehende Lösung, die Tariereinheit nahe des Körperschwerpunkts anzubringen. Im Klartext auf dem Rücken jedoch mit dem Grossteil der Luftblase in Nierennähe.

Übung Nr. 2:

Nun bringe dich in neutraler Tarierung leicht in die Seitenlage, entspanne dich und lass die Physik deinen Körper drehen. Du wirst wahrscheinlich in Rückenlage kommen, denn dies ist die stabile Position. Jeder Körper wird immer bestrebt sein, aus einer labilen Gleichgewichtssituationen in eine stabile Position überzuwechseln. Sehr schön sind die Bestrebungen von Tauchanfängern anzusehen, die beim Abtauchen damit kämpfen, von der schwereren Flasche nicht in Rückenlage gezogen zu werden und als guter Tauchlehrer geben wir auch unsere Erfahrungen weiter, wie wir mit der Ausrüstung und ihre Mängeln korrekt umgehen. Selbst ein Wing-Jacket ist ein nur teilweise stabiles System, denn wenn ich im neutralen Zustand im Wasser mich in die 90° Seitenlage bringe, gibt es immer noch 2 Drehmöglichkeiten, auf den Rücken oder in die normale Tauchposition.

Das Anbringen der Tanks seitlich neben dem Körper verändert den KSP weniger und idealerweise bleibt der KSP immer noch innerhalb des menschlichen Körpers. Dies gilt vor allem bei Anbringen von 2 Tanks, jedoch auch beim Single Sidemounting habe ich den KSP in einer eher stabilen Position seitlich/unterhalb des Tauchers. Achtung: Ich kann nicht zu sehr abschweifen und die unterschiedlichen Tanks mit ihrem unterschiedlichen Auftriebsverhalten diskutieren (auch das vielleicht in einem späteren Beitrag).

Dies wird durch die Tariereinheit, die ja in der Nähe des KSP angebracht ist, ausgeglichen, d.h. die physikalischen Kräfte setzen sehr nahe am gleichen Punkt an und ich habe ein sehr geringes Drehmoment und daher natürlicherweise von Anfang an eine sehr ruhige Wasserlage.

Die Ausrüstung, die diese beiden eigentlich sehr logischen und einfachen Gegebenheiten berücksichtigt, erlaubt mir von Anfang an mit weniger Blei zu tauchen, da ich Blei nicht mehr als Trimhilfe (um mich in der horizontalen Lage zu halten) verwenden muss.

Warum will ich aber nun in horizontaler Lage sein?

Auch hier nur ein paar relativ kurze Stichpunkte, um das alles nicht zu sehr in die Länge zu ziehen:

Auch wenn ich mich im dreidimensionalen Raum bewege, muss ich aufgrund der Riffstruktur mich meist horizontal vorwärtsbewegen. Wasserwiderstand gebietet, dies in der stromlinienförmigsten Form zu machen. Selbst an Steilwänden, an denen ich mit der Strömung entlangtauche, ist die horizonale Position von Vorteil, weil ich jederzeit meine Flossen für Korrekturbewegungen verwenden kann, was nicht der Fall ist wenn ich vertikal im Jacket drin hänge.

Viele Tiere leben in Höhlen und Überhängen, damit ich da reinsehen oder sogar reinschwimmen kann, muss ich horizontal sein und überdies auch rückwärts wieder raustauchen können. Wer das nie übt, wird das nicht können, die benötigten Muskeln müssen sowohl trainiert werden, wie auch die notwendige Muskelerinnerung durch ständige Wiederholung aufgebaut werden.

Anmerkung: Manchmal möchte ich auch kopfüber oder seitlich irgendwo reinsehen, auch diese geht mit einem guten Sidemountsystem besser als mit jedem anderen System (siehe die Erklärungen zum KSP oben).

Die Flossen sollten in der Verlängerung des Körpers entgegengesetzt zur Vortriebsrichtung sein. Auf dem Rücken angebrachte Tanks versteifen das Rückgrat des Tauchers zu sehr und behindern. Selbst ungelenke Taucher werden in Sidemount einen besseren Vortrieb haben als mit auf dem Rücken montieren Flaschen.

Fotografen können sich besser an ihr Objekt annähern, wenn sie horizontal sind und bessere Ergebnisse erzielen. Weniger aufgewirbelter Sand, weniger Kontakt zum Riff, nähere Annäherung möglich, da man für den Fisch im Querschnitt nicht so gross erscheint.

Dekompressionstheorie besagt, dass ich meine Deko- oder auch nur die Sicherheitsstops in der gleichen Position machen sollte, wie ich mehrheitlich getaucht bin, damit die Entsättigung der Gewebe im Körper genauso gleichmässig verläuft wie die Aufsättigung. Dazu sollte ich so entspannt wie möglich bei der Entsättigung sein, um nicht sogenannte Spannungsdeko zu verursachen.

Und noch habe ich kein einziges Mal von technischen Tauchgängen gesprochen, für die das alles natürlich auch gilt.

Meine Tauchausrüstung habe ich mir ausgesucht, weil sie mir beim Tauchen unter Wasser die optimale Lösung bietet, das Handling an Land ist natürlich unterschiedlich zu anderen Systemen und muss auch geübt werden, genauso wie eine optimale Position und Bewegung an der Wasseroberfläche.

Bei der derzeit üblichen Politik der Fluglinien über Tauchgepächbeförderung ist auch die Gewichtsfrage der Ausrüstung nicht zu vergessen. Sporttauchjackets haben ein sehr hohes Gewicht (bis auf die meiner Ansicht nach oftmals sehr minderwertigen Traveljackets), Wing und Backplate vielleicht sogar noch mit Single-tank Adapter sind sogar noch schwerer.

Mein Sidemountharness ist um ein vielfaches leichter, kompakter und vor allem flexibler. Ich kann mich entscheiden, es als single-sidemount Version im Freiwasser zu tauchen, bei technischen Tief- Tauchgängen, bei Höhlentauchgängen, als Solodiver (alles natürlich, sofern ich die entsprechende Ausbildung dazu habe).

Welches System ich benutze? Das Razor von GoSidemount, weil sie o.g. konsequent umgesetzt haben.

Näheres zu mir und wo ich tauche.

Noch ein kleines Nachwort: Gebe ich Kurse, dann gleiche ich meine Ausrüstung mit meinen Studenten ab. Open Water Kurse also zumeist noch mit herkömmlichen Jackets, wer jedoch mit seinem Sidemountharness ankommt, der kann bei mir die von ihm/ ihr gewünschten Kurse natürlich auch in dieser Konfiguration machen und selbstveständlich von Open Water an.

Lernen oder Warum werde ich ein Höhlentaucher

Immer wenn ich einen neuen Studenten begrüsse, stelle ich unter anderem die Frage nach dem Warum? Die Hintergründe, die jemand angibt, was einen antreibt, warum, sind für mich immer sehr aufschlussreich und erleichtern mir in vielen Fällen die Planung und Durchführung des Kurses.

Gleichwohl wichtig ist es herauszufinden, wie bereit der Student tatsächlich ist, neues zu lernen. Und hier komme ich schon zu einem der Kernpunkte, wie bewusst ist der Taucher, dass er lernen muss und wieviel er weiss und was er nicht weiss?

Um Charles Darwin zu zitieren: “Ignorance more frequently begets confidence than does knowledge” (Ignoranz erzeugt häufiger Vertrauen als es Wissen tut). Schon Darwin hat erkannt, dass wer nicht weiss, dass er nicht weiss, auch nicht bereit sein kann zu lernen, weil er ja nicht weiss, dass er nicht weiss. Das scheint nur verworren, hat aber seit einigen Jahren als Phänomen einen Namen: der Dunning-Kruger-Effekt. Dies bezeichnet die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen, die eigenen Defizite nicht zu erkennen, und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen. (siehe Wikipedia).

In dieser Konstellation ist es problematisch einen Studenten für eine neue Lernerfahrung zu öffnen und ohne sein bereits erworbenes Wissen oder Fertigkeiten zu minimieren, ihn darauf vorzubereiten, dass er Neues aufnehmen kann.

In der Kompetenzstufenentwicklung spricht man üblicherweise von 4 Stufen (auch Wikipedia), im Falle eines Lehrers möchte ich noch eine 5. Stufe hinzufügen:

1. Unbewusste Inkompetenz: Das Individuum versteht nicht, worum es geht oder weiß nicht, wie es bewirkt werden soll; ebenso erkennt es seine eigenen Defizite nicht oder hat ein Problem, sie zu erkennen.

2. Bewusste Inkompetenz: Die Person versteht oder weiß nicht, wie sie etwas erreichen kann, kennt jedoch ihre Defizite, kümmert sich aber nicht darum.

3. Bewusste Kompetenz: Die Person versteht oder weiß, wie sie die Dinge anpacken muss, um ein Ziel zu erreichen. Trotzdem erfordert das Zeigen des Könnens und Wissens eine hohe Konzentration und Bewusstheit.

4. Unbewusste Kompetenz: Das Individuum hat soviel praktische Erfahrung mit seinen Fähigkeiten, dass sie ihm in Fleisch und Blut übergehen und jederzeit abgerufen werden können, oftmals ohne höhere Konzentration in Anspruch nehmen zu müssen. Diese Person kann ihre Fähigkeiten, da sie sich ihrer nicht bewußt ist, nicht problemlos weitervermitteln wenn seit dem Erlernen ein längerer Zeitraum vergangen ist.

Und 5. Bewusste Kompetenz der unbewussten Kompetenz: Das Übertragen der gelernten Erfahrung und Formulieren der Lerninhalte, so dass auch Laien und Anfänger (auf Stufe 1 stehende) dies aufgreifen können.

Zurückkommend auf die 4 (5) Stufen, beschreibe ich einen Taucher:

1. Ja ich habe eine Spule, mit 15m Leine für meine Boje. Was die Boje brauche ich nicht in der Höhle – aber was ist mit DIR? Warum brauche ich überhaupt eine Sicherheitsspule und ich weiss nicht wie ich Spulen handhabe und was der Unterschied der verschiedenen Spulen und Rollen ist.

2. Ich verstehe den theoretischen Unterschied zwischen Fingerspulen und Spulen mit Griff und Nabe. Ich kann die normalen Hauptspulen nicht leiden, weil sie nicht das machen, was ich will. Die Fingerspulen sind zu klein, wenn ich Handschuhe anhabe und ich kann nicht mit ihnen arbeiten.

3. Ich kann mit der Hauptspule umgehen, wenn ich langsam abtauche und mich auf die einzelnen Schritte und Prioritäten konzentriere. Meine Fertigkeiten verschlechtern sich, wenn ich unvorbereitet mit neuen Aufgaben oder abgeänderten Aufgaben konfrontiert werde wie zum Beispiel in einem anderen Höhlensystem abtauchen oder Kommunikation plus Tauchtechnik in Kombination mit der Leinenarbeit.

4. Spulen, Hauptspulen ob geschlossen oder offen stellen für mich kein Problem dar und ich wähle aufgrund der Tauchgegebenheit die passenden Spulen aus.

5. Als Instruktor vermittle ich logisch und stufenweise aufgebaut die einzelnen Schritte, um eine Überladung des Studenten zu vermeiden und das Lernen zu vereinfachen. Gleichzeitig bin ich in der Lage, bei Problemen zu intervenieren und bei neuen Situationen entsprechend richtig zu reagieren und zu korrigieren.

Üblicherweise setze ich 8-10 Tage für das Höhlentauchtraining an. Selbst bei Tauchern, die bereits fortgeschrittene Tarierungs- und Vortriebstechniken aufweisen und eventuell auch schon Erfahrung im Tauchen mit technischer Ausrüstungskonfiguration haben, stelle ich fest, dass die meisten Studenten auf Stufe 3 den Kurs beenden. Wenn sie ihn beenden, denn natürlich möchte ich betonen, dass ich nur zertifiziere, wenn jemand die Anforderungen zur Zertifizierung erfüllt. Für das Lernen von motorischen Fertigkeiten kommt darüberhinaus natürlich hinzu, dass nicht jeder Taucher die gleichen motorischen Fähigkeiten, Feedback- Techniken, Körpergefühl und motorische Lernfähigkeit besitzt. Dies sind spätestens beim technischen Taucher die Limitierungen der Ausbildung, der Punkt an dem man den Studenten nach Hause schickt mit der Aufgabe zu Üben und das Gelernte weiter anzuwenden und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückzukommen um das Training wieder aufzunehmen.
Tips für die Zukunft meiner Taucher beinhalten auch immer, das zu üben, was sie am wenigsten mögen und weiter umsichtig und bedacht zu tauchen.

Das gegenseitige Lernen bedeutet für mich, dass ich auf Stufe 5 von jedem (wirklich JEDEM) meiner Studenten lerne. Glücklicherweise bin ich seit 2012 auch wieder in der Lage, diese Lernerfahrungen in Ruhe durchzudenken, zu verarbeiten und mich weiterzuentwickeln. Für mich gehört nicht nur dazu, viel zu Tauchen und im Dschungel neue Systeme zu erforschen, sondern auch das Lernen der theoretischen Basis. Also was haltet ihr also von diesem Buch? Dr. Thomas Gordon, Teacher Effectiveness Training T.E.T. Wird es mir weiterhelfen, wenn ich es dann endlich habe?