Side-mount

oder „Unterwegs zu den Göttern “

Fresa in Tajma-ha

Um es gleich mal vorweg zu sagen: Mir ist es nicht schwergefallen, meine Körperposition in side-mount- Konfiguration zu halten. Mein Trim ist ok, die Bleimenge stimmte fast auf Anhieb und über Kopf schweben, auf dem Rücken oder in sonst einer Position, na ja, das hängt ja nicht unbedingt von der Ausrüstungskonfiguration ab. Das sollte man doch ab einer bestimmten taucherischen Stufe sowieso können.

Dabei frage ich mich, warum ist es hochverpönt in back-mount rückwärts liegend zu tauchen, wenn ich es in side-mount zu den notwendigen skills zähle, egal in welcher Position schweben zu können. Irgendwie versteh ich das nicht.

Aber erstmal ganz vom Anfang: side-mount bedeutet meine beiden Flaschen sind unabhängig voneinander unter meinen Armbeugen an den Körperseiten montiert, ein Taucher alleine hat damit die notwendige Redundanz und ist dadurch auf Grund der Ausrüstungskonfiguration geeignet, solo zu tauchen. Side-mount ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung eines Tauchers, ich würde es auf keinen Fall einen Anfänger anraten, auch keinem guten Fortgeschrittenen. Mit side-mount ermögliche ich es mir auch, in andere Abschnitte einer Höhle einzutauchen – durch Verengungen oder überhaupt in Cenoten zu beginnen, bei denen der Einstieg mit Doppeltank unmöglich oder riskant wäre.

Für mich mit meiner recht geringen Körpergrösse von zwar stolzen 160 cm bedeutet es auch eine erheblich grössere Blickfreiheit. In Back-mount stösst mein Kopf egal wie ich das wing modifiziere immer an der Brücke oder den ersten Stufen an; daher ist meine Schwimmlage auch immer leicht aufgerichtet. Das übertriebene Hohlkreuz strengt auch ziemlich an.

Klar, ist noch nicht alles perfekt. Warum hängt die rechte Flasche immer niedriger? Selbst wenn ich die Flaschen vertausche, bin ich nicht in meiner Längsachse symmetrisch. Mag aber auch daher kommen, da ich grundsätzlich den Hang habe, leicht nach links geneigt zu sein.

Einmal passen die zweiten Stufen, beim nächsten Mal nicht. Den idealen Schlauchknick habe ich noch nicht – man sagt, die festen 120° wären die besten, meiner dreht sich immer in die genau unpassendste Position.

Und am allerwichtigsten: Der Helm! Ich kann keinen hier in der richtigen Grösse finden, einfaches Plastik ohne Schnickschnack, mit wenig Autrieb und für einen XS- Kopf. Side-mount, wie eigentlich so vieles beim technisch Tauchen ist auf Riesen- Männer ausgelegt und wenn überhaupt es etwas fertig zu kaufen gibt, dann nur in grossen Grössen. Aber mit Kabelbinder und Tape kann man eine Menge erreichen.

Ich bin Dai (meinem Tauchpartner) dankbar, dass er mich sein Harness tauchen lässt; es ist schon von ihm in der Vergangenheit modifiziert worden und nun hab ich noch Anpassungen gemacht, mit dem wing schaut es fast aus wie ein Armadillo, aber deutlich billiger.

Und am schönsten ist, dass sich mein Hund in den Cenoten sichtlich wohl fühlt, so muss ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich öfters mal auch an meinen freien Tagen nicht zuhause bin, denn: Fresa geht auch side-mount tauchen.

Christine
in side-mount

Und es ist noch nicht einmal Hurrikan- Saison

In allen Medien ist die Schweinegrippe Thema Nummer Eins und die Berichterstattung stürzt sich geradezu darauf. Mexiko und USA sind als Reiseland abgehakt. Die Nachrichten und die Entwicklungen überschlagen sich, denn der Erreger überträgt sich sehr leicht und offensichtlich auch von Mensch zu Mensch. Kurze Inkubationszeiten tragen zu einer schnellen Verschleppung bei, was ich heute schreibe, wird morgen schon nicht mehr aktuell sein. Daher meine Bitte, für die tagesaktuellen Nachrichten möchte man doch bitte auf die üblichen Quellen zurückgreifen.

Hier in Mexiko wird natürlich auch über all darüber berichtet, aber der Massstab ist ein anderer. Man bedenke, dass Mexiko- Stadt über 1200 km von uns entfernt liegt, durch einen Gebirgszug abgetrennt und nicht zuletzt eine Megametropole mit über 20 Mio Einwohnern ist, wo eine effektive Seuchenkontrolle nur sehr schwer greift.

Ich lebe hier in einer der Urlaubsregionen von Mexiko und selbstverständlich machen auch Mexikaner hier in Urlaub oder Gäste, die über Mexiko- Stadt einreisen. Wir kommen naturgemäss mit sehr viel Menschen in Kontakt, das heisst, ich will die ganze Situation nicht verharmlosen, jedoch in die richtige Relation setzen.

Die Regierung von Quintana Roo hat eine Mitteilung and die Öffentlichkeit am 27.04.09 herausgegeben, nach der es bisher noch keine bestätigten Infizierten hier in der Region gegeben hat und alles, so weit wie irgendmöglich getan wird, um die Schutzmassnahmen der Bevölkerung aufrecht zu halten. Die Schulen sind landesweit bis 6. Mai geschlossen, aber noch wird nicht dazu geraten, nicht mehr zu reisen oder ähnliche Notstandsregelungen sind noch nicht in Kraft getreten. Wir sind hier alle Gesund und fürchten auch nicht für unsere unmittelbare Gesundheit.

Hoffen wir alle, dass dieses Gespenst sich bald in Luft auflöst.
Christine

Mitteilung des Tourismusamtes von Quintana Roo