Lernen oder Warum werde ich ein Höhlentaucher

Immer wenn ich einen neuen Studenten begrüsse, stelle ich unter anderem die Frage nach dem Warum? Die Hintergründe, die jemand angibt, was einen antreibt, warum, sind für mich immer sehr aufschlussreich und erleichtern mir in vielen Fällen die Planung und Durchführung des Kurses.

Gleichwohl wichtig ist es herauszufinden, wie bereit der Student tatsächlich ist, neues zu lernen. Und hier komme ich schon zu einem der Kernpunkte, wie bewusst ist der Taucher, dass er lernen muss und wieviel er weiss und was er nicht weiss?

Um Charles Darwin zu zitieren: „Ignorance more frequently begets confidence than does knowledge“ (Ignoranz erzeugt häufiger Vertrauen als es Wissen tut). Schon Darwin hat erkannt, dass wer nicht weiss, dass er nicht weiss, auch nicht bereit sein kann zu lernen, weil er ja nicht weiss, dass er nicht weiss. Das scheint nur verworren, hat aber seit einigen Jahren als Phänomen einen Namen: der Dunning-Kruger-Effekt. Dies bezeichnet die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen, die eigenen Defizite nicht zu erkennen, und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen. (siehe Wikipedia).

In dieser Konstellation ist es problematisch einen Studenten für eine neue Lernerfahrung zu öffnen und ohne sein bereits erworbenes Wissen oder Fertigkeiten zu minimieren, ihn darauf vorzubereiten, dass er Neues aufnehmen kann.

In der Kompetenzstufenentwicklung spricht man üblicherweise von 4 Stufen (auch Wikipedia), im Falle eines Lehrers möchte ich noch eine 5. Stufe hinzufügen:

1. Unbewusste Inkompetenz: Das Individuum versteht nicht, worum es geht oder weiß nicht, wie es bewirkt werden soll; ebenso erkennt es seine eigenen Defizite nicht oder hat ein Problem, sie zu erkennen.

2. Bewusste Inkompetenz: Die Person versteht oder weiß nicht, wie sie etwas erreichen kann, kennt jedoch ihre Defizite, kümmert sich aber nicht darum.

3. Bewusste Kompetenz: Die Person versteht oder weiß, wie sie die Dinge anpacken muss, um ein Ziel zu erreichen. Trotzdem erfordert das Zeigen des Könnens und Wissens eine hohe Konzentration und Bewusstheit.

4. Unbewusste Kompetenz: Das Individuum hat soviel praktische Erfahrung mit seinen Fähigkeiten, dass sie ihm in Fleisch und Blut übergehen und jederzeit abgerufen werden können, oftmals ohne höhere Konzentration in Anspruch nehmen zu müssen. Diese Person kann ihre Fähigkeiten, da sie sich ihrer nicht bewußt ist, nicht problemlos weitervermitteln wenn seit dem Erlernen ein längerer Zeitraum vergangen ist.

Und 5. Bewusste Kompetenz der unbewussten Kompetenz: Das Übertragen der gelernten Erfahrung und Formulieren der Lerninhalte, so dass auch Laien und Anfänger (auf Stufe 1 stehende) dies aufgreifen können.

Zurückkommend auf die 4 (5) Stufen, beschreibe ich einen Taucher:

1. Ja ich habe eine Spule, mit 15m Leine für meine Boje. Was die Boje brauche ich nicht in der Höhle – aber was ist mit DIR? Warum brauche ich überhaupt eine Sicherheitsspule und ich weiss nicht wie ich Spulen handhabe und was der Unterschied der verschiedenen Spulen und Rollen ist.

2. Ich verstehe den theoretischen Unterschied zwischen Fingerspulen und Spulen mit Griff und Nabe. Ich kann die normalen Hauptspulen nicht leiden, weil sie nicht das machen, was ich will. Die Fingerspulen sind zu klein, wenn ich Handschuhe anhabe und ich kann nicht mit ihnen arbeiten.

3. Ich kann mit der Hauptspule umgehen, wenn ich langsam abtauche und mich auf die einzelnen Schritte und Prioritäten konzentriere. Meine Fertigkeiten verschlechtern sich, wenn ich unvorbereitet mit neuen Aufgaben oder abgeänderten Aufgaben konfrontiert werde wie zum Beispiel in einem anderen Höhlensystem abtauchen oder Kommunikation plus Tauchtechnik in Kombination mit der Leinenarbeit.

4. Spulen, Hauptspulen ob geschlossen oder offen stellen für mich kein Problem dar und ich wähle aufgrund der Tauchgegebenheit die passenden Spulen aus.

5. Als Instruktor vermittle ich logisch und stufenweise aufgebaut die einzelnen Schritte, um eine Überladung des Studenten zu vermeiden und das Lernen zu vereinfachen. Gleichzeitig bin ich in der Lage, bei Problemen zu intervenieren und bei neuen Situationen entsprechend richtig zu reagieren und zu korrigieren.

Üblicherweise setze ich 8-10 Tage für das Höhlentauchtraining an. Selbst bei Tauchern, die bereits fortgeschrittene Tarierungs- und Vortriebstechniken aufweisen und eventuell auch schon Erfahrung im Tauchen mit technischer Ausrüstungskonfiguration haben, stelle ich fest, dass die meisten Studenten auf Stufe 3 den Kurs beenden. Wenn sie ihn beenden, denn natürlich möchte ich betonen, dass ich nur zertifiziere, wenn jemand die Anforderungen zur Zertifizierung erfüllt. Für das Lernen von motorischen Fertigkeiten kommt darüberhinaus natürlich hinzu, dass nicht jeder Taucher die gleichen motorischen Fähigkeiten, Feedback- Techniken, Körpergefühl und motorische Lernfähigkeit besitzt. Dies sind spätestens beim technischen Taucher die Limitierungen der Ausbildung, der Punkt an dem man den Studenten nach Hause schickt mit der Aufgabe zu Üben und das Gelernte weiter anzuwenden und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückzukommen um das Training wieder aufzunehmen.
Tips für die Zukunft meiner Taucher beinhalten auch immer, das zu üben, was sie am wenigsten mögen und weiter umsichtig und bedacht zu tauchen.

Das gegenseitige Lernen bedeutet für mich, dass ich auf Stufe 5 von jedem (wirklich JEDEM) meiner Studenten lerne. Glücklicherweise bin ich seit 2012 auch wieder in der Lage, diese Lernerfahrungen in Ruhe durchzudenken, zu verarbeiten und mich weiterzuentwickeln. Für mich gehört nicht nur dazu, viel zu Tauchen und im Dschungel neue Systeme zu erforschen, sondern auch das Lernen der theoretischen Basis. Also was haltet ihr also von diesem Buch? Dr. Thomas Gordon, Teacher Effectiveness Training T.E.T. Wird es mir weiterhelfen, wenn ich es dann endlich habe?

Alter Hase

Seit 2002 bin ich nun PADI Tauchlehrer und reihe mich damit in die lichter werdende Schar der Tauchlehrer ein, die in diesem Business über mehrere Jahre bestehen. In Playa del Carmen haben wir jedoch den Vorteil, dass wir eine hohe Dichte an technischen Tauchern und technischen Tauchlehrern haben und es aus diesem Grund nicht ungewöhnlich ist, wenn man einen erfahrenen Tauchlehrer trifft.

Diesen Weg bin ich ja selber gegangen, jedoch betone ich immer wieder, dass ich selbstverständlich auch Anfänger im Tauchen unterrichte. Mit der Weiterbildung eines Tauchlehrers ergibt es sich sehr oft, dass diese die Anfängerkurse nicht mehr unterrichten, und das ist aus wirtschaftlicher Sicht durchaus verständlich. Anfängerkurse sind darauf ausgelegt, dass sie in Gruppen unterrichtet werden, die Verdienstspanne ist nicht so gross wie bei einem technischen Kurs. Und dem Gesetz der Marktwirtschaft müssen wir uns alle beugen. Habe ich jedoch eine Lücke in meinem Terminplan gross genug für den entsprechenden Kurs biete ich durchaus konkurrenzfähige Preise an zuzüglich dem Vorteil, dass ich über eine aängjährige Erfahrung verfüge.

Kürzlich passierte mir folgendes:
Ich habe einen Open Water Kurs unterrichtet und befand mich auf dem Boot für Freiwassertauchgang 3 und 4. Nach dem Tag konnte ich meine beiden Studenten zum erfolgreichen Abschluss ihres Kurses beglückwünschen. Beim Verlassen der Tauchbasis, für die ich an diesen Tagen freiberuflich gearbeitet hatte, wurde ich darauf hingewiesen, dass ich einen Standardverstoss begangen hätte. Ich war wir vor den Kopf gestossen, ich Frau PADI? Das kann doch nicht wahr sein. Rückfragen bei PADI haben jedoch ergeben, dass es tatsächlich so war. PADI hat keine Sankionen mir gebenüber verordnet, sondern wir haben das in emails geklärt.

Wie kam es dazu?
Über die Jahre haben sich bei mir Lösungen für bestimmte Übungsabläufe eingeschlichen, die aus der damaligen Situation notwendig waren. Solche Situationen werden bestimmt durch die Kollegen, mit denen man zusammenarbeitet und die helfen und zuarbeiten sollten, mit dem Tauchbasisbesitzer, der Forderungen in Bezug auf Effizienz stellt oder einfach aufgrund der Wetterbedingungen.

Wer keine Zeit hat, seine Arbeitsweise immer wieder zu hinterfragen, auf Kritik seiner Kollegen zu hören, Updates der Trainingsorganisation zu lesen und anzuwenden und sonst einfach nur darauf vertraut, dass er als alter Hase ja alles aus dem Eff-eff kann, kreiert innerhalb kürzester Zeit seinen eigenen Kurs.

Fazit
Als Freiberufler habe ich mehr Zeit für die Vorbereitung und Nachbearbeitung von Kursen, ich stelle mich individuell auf jeden Studenten ein. Ich ziehe nicht nur einen Kurs nach dem anderen durch, sondern habe genügend Zeit, selber tauchen zu gehen und mit selber taucherisch und sonstig fortzubilden.

Vielen Dank an alle, die über diese lange Zeit mir ihr Vertrauen bewiesen haben. Ich arbeite auch in Zukunft daran, dies mir zu erhalten.

Christine

Höhlentauchlehrer

Für den letzten und aufwendigsten Schritt hatte ich mir ein Zeitlimit bis Ostern 2011 gesetzt und ich freue mich, dass meine Planungen auch aufgegangen sind, denn am 04.04.2011 hat mir TDI bestätigt, dass ich die Zertifizierung zum Höhlentauchlehrer / Cave Instructor TDI habe.

Folgende Kurse können nun bei und mit mir gebucht werden

Cavern Diver / Grottentaucher
Intro-to-Cave Diver
Full Cave Diver / Höhlentaucher

Eingentlich sind die Eingangsvoraussetzungen für den Kurs recht niedrig gehalten, jedoch sollte sich jeder vor Augen halten, dass im technischen Tauchen keine Zertifizierungen bezahlt werden sondern Trainingstage gebucht und bezahlt werden.

Jeder wird entsprechend seines Ausgangsniveaus seine Tauchtechniken verbessern und lernen sich richtig und korrekt in der Grotte- und Höhlenumgebung zu verhalten.

Zum technischen Taucher wird man jedoch nicht, indem man die entsprechenden Techniken lernt, sondern die Transformation beginnt individuell im Kopf des jeweiligen Tauchers.

Wenn du die folgenden Fragen mit Ja beanworten kannst, bist du auf irgendwo auf der Entwicklunsstufe zwischen Urlaubstaucher und technischem Taucher. Entscheide selber, ob du bereit bist, den erhöhten Anforderungen des technischen Tauchens gerecht zu werden:

  • Du planst für den kommenden Tag einen Tauchgang und auch wenn es so schön heute abend ist, entscheidest du dich vorzeitig nach Hause zu gehen, damit du für den kommenden Tag fit bist.
  • Deine Ausrüstung ist gut gewartet und du kannst kleinere Reparaturen auch selber durchführen.
  • Du kennst dich mit deinem Tauchcomputer aus und weisst, wir er eingestellt werden muss und was alle Anzeigen bedeuten.
  • Wenn du tauchen gehst, verlässt du dich nicht ausschliesslich auf den Guide, sondern beteiligst dich aktiv an der Tauchgangsplanung und vorbereitung.
  • Du hast deine eigene Meinung und Grundsätze über deine Limits und folgst nicht blind einem Führer, der sagt, dass das schon so ok wäre.
  • Du kannst viele Problemchen und Fast-Notsituationen unter Wasser alleine lösen ohne nervös und panisch zu werden.
  • Du kennst dich ein bisschen in Tauchtheorie aus, selbst wenn es nicht viel ist, hast du keine Angst, neues zu lernen.
  • Du weisst, dass du kein perfekter Taucher bist und dass es immer wieder Situationen und Tauchumgebungen geben wird, die von dir erfordern, dass du dich anpasst.
  • Du weisst, dass Lernen durch Erfahrung gut sein kann, dass jedoch Kurse bei erfahrenen Tauchlehrern ein wichtiger und notwendiger Schritt im Lernprozess ist.
  • Frohe Ostern

    Christine

    Intro-to-Cave Instructor

    Die letzten Monate waren nicht nur Hochsaison, sondern ich habe auch viel Zeit für den Cavern und nachfolgend den Intro-to-Cave Instructor investiert. Neben einigen Malen Assistieren bei meinem Höhlentauchlehrer- Ausbilder, Harry Gust , Tek-Center Quintana Roo, und nach ein paar Kursen mit Tauchern, die ich als Grottentaucher zertifiziert habe und dann zur weiteren Ausbildung weitergegeben habe, war es dieses Wochenende soweit:

    Evaluierung und Zertifizierung zum TDI Intro-to-Cave Instructor.

    Ich bin froh, dass es Harry mir nicht einfach gemacht hat, aber vor allem, dass die Atmosphäre jederzeit entspannt war; das war das beste Lernambiente, was ich mir wünschen konnte und so habe ich ein Maximum an Informationen erhalten. Einfach macht er es nicht, weil er auch das Maximum an Einsatz erwartet. Keine Unaufmerksamkeiten und Nachlässigkeiten zulassen, Erkennen seiner eigenen Grenzen, das planvolle Vermitteln von Inhalten, aktiver Höhlenschutz; ich denke, das sind neben vielen anderen die Kernpunkte, die seinen Kurs von anderen unterscheiden.

    Ich unterrichte den Intro-to-Cave Kurs in Zusammenarbeit mit Yucatek Divers, die als Tauchschule hier in der Riviera Maya einen anerkannten Ruf hat und somit die Taucher neben der Ausbildung auch Meertauchgänge oder andere Angebote der Tauchschule nutzen können. Da ich der aktive TDI Tauchlehrer bin, hat Yucatek Divers seit Anfang 2010 auch den Status als TDI Dive Center. Alle Trainingsmaterialien sind erhältlich.

    Ein Intro-to-Cave Kurs erfordert eine Vorausplanung und unbedingt eine Kontaktaufnahme mit dem Tauchlehrer. Terminpläne müssen koordiniert werden, die Termine eingebucht werden, Ausrüstungsfragen vorab geklärt und sonstige Vorbereitungen getroffen werden. Am besten fangt der Interessent mit einer Mail an mich an. Einige Informationen über den Kurs kann man sich auch unter TDI Intro-to-Cave Diver – jedoch nur in Englisch – holen.

    Frohes Höhlentauchen
    Christine

    TDI Training

    Ende Oktober habe ich eine viertägige Evaluation meines Instruktor Trainers Harry Gust hier in Playa del Carmen absolviert. Ziel ist, Ausbildung für den Höhlentauchbereich auf der technischen Ebene auch anzubieten. Der erste Schritt hierzu ist der Cavern Instruktor von TDI. Da ich bereits seit drei Jahren das Cavern Specialty von PADI unterrichte und dies hier mein meistgebuchter Kurs ist, konnte ich sehr gut auf bereits vorhandene Erfahrungen aufbauen.

    Die Unterschiede wurden mir von Harry sehr anschaulich vermittelt und ich möchte hier den augenfälligsten wiederholen: PADI lehrt Grottentauchen für den Sporttauchbereich, der TDI Cavern Kurs ist der erste Schritt zum full-cave-Taucher, der den Taucher zwar auch erst nur in den Grottenbereich hineinführt, aber die Basis für alle nachfolgenden Kurse bildet. Daher sind die Schwerpunkte eindeutig anders gelagert.

    Über die TDI- Seiten findet man übrigens auch mich TDI Cavern Kurs (Beschreibung dieses Kurses leider nur auf Englisch vorhanden).

    Im Dezember folgt der nächste Schritt und ich werde danach bereits Intro-to-cave Kurse nach TDI anbieten können.

    Nitrox Kurse biete ich entweder nach PADI oder TDI an, hier dazu die entsprechenden Beschreibungen:
    TDI Nitrox
    PADI Enriched Air Diver

    Christine
    TDI Cavern und Nitrox Instructor No. 14584

    Zugreifen Sommerschlussverkauf bei MareNostrum.ws

    SSV gibt es ja nicht mehr, aber hier ist es:

    das Angebot

      10% Nachlass auf alle Tauchaktivitäten
      von 01. September bis 15. Dezember

    Einfach buchen und vorbeikommen. Fliegen so günstig wie noch nie. Unterkunft wird vermittelt, verschiedene Kategorien buchbar. Mail genügt.

    Christine bei MareNostrum.ws.

    Specialties

    Vergangene Woche war eine gute Woche. Hatte ich doch die Gelegenheit drei PADI Spezialkurse zu unterrichten, Strömung, Tief und Digitale Unterwasser Fotografie. Es stellte sich raus, dass Jens zum einen ein sehr guter Taucher, einer der sehr raren Spezies ist, die gerne einen Kurs belegen, weil sie noch etwas lernen möchten. Das war so ungewöhnlich für mich, dass ich tatsächlich zweimal nachgefragt habe, ob er auch wirklich diesen Kurs machen möchte. Man muss dazu sagen, dass Jens frisch gebackener Tauchlehrer ist und mit Methode 2 (na ja die PADI Pros wissen wovon ich spreche) das Specialty- Rating als Tauchlehrer relativ einfach selber beantragen könnte.

    Seine Bereitschaft, Begeisterung fürs Tauchen und Engagement haben mich wiederum angestossen, ob und wo ich denn weiter lernen könnte. Ich bin eben in der Planung für die nächsten Kurse, die ich belegen werde. Sicher wird es mit Höhlentauchen zu tun haben, ob es jetzt ein sidemount- Kurs ist oder Kartografie oder oder oder, das wird sich zeigen. Und ich freue mich darauf.

    An Jens noch vielen Dank. Das wird mir unvergesslich bleiben und hat mir wieder einmal was gelehrt. Ich wünsche ihm viel Glück, Erfolg und vor allem Spass in der Zukunft beim Unterrichten und Tauchen und ich hoffe, dass wir uns bald wieder hier in Playa del Carmen sehen.

    Wie der Druck verschiedene Materialen beeinflusst

    Continuing Education – Lebenslanges Lernen

    06.08.2004, Lavezzi- Inseln vor Korsika – angepeilt von Sardinien

    Mehr als vier Jahre später, schliesst sich ein Kreis und eine Erfahrung bekommt Sinn und ein Erlebnis lässt sich erklären. Ich habe gelernt und verstanden!

    An besagtem Tag habe ich als verantwortlicher Kapitän eines Zodiac und als Tauchguide in Planung gehabt, die Lavezzi- Inseln anzufahren. Wir hatten einige Tage nicht so ideale Bedingungen, um die Überfahrt durch den Kanal zu wagen, der Sardinien von Korsika trennt. Man bedenke, es ist ein Schlauchboot, welches zwar einen festen Boden und eine gute Aussenbordmotor hat, denoch mussten wir einen geeigneten Tag für diesen anstrengenden Halbtagesauflug einplanen.

    Das GPS war eingestellt und es ging los. An Bord waren neben meinen besten Freunden, Brigitte und Johann, noch zwei weitere Taucher, die sich auf das Erlebnis der Riesen- Zackenbarsche vor Lavezzi freuten. Die Fahrt war anstrengend, den Wellen liessen das Boot springen und die Rüttelei ermüdete sowohl Gäste wie auch mich am Steuer.

    Die Grobpeilung war einfach, die Richtung klar, das Tauchgebiet bekannt, die Landmarken für die Kreuzpeilung offensichtlich. Es ist eines der Grundregeln der Navigation, niemals dem GPS alleine zu vertrauen, sondern durch Kenntnis des Tauchgebiets auch natürliche Navigation verwenden zu können. So fühlte ich mich gut vorbereitet, denn in Lavezzi war ich die Jahre zuvor bereits mehrere Male. Ich hatte das GPS bereits zuvor benutzt, um sogenannte Routen einzuspeichern und habe von der Tauchbasis die Koordinaten in mein GPS übertragen.

    Um die Geschichte kurz zu machen: wir haben den Tauchplatz nicht gefunden. Wir waren nach langer Suche schliesslich an irgendeiner Untiefe tauchen und mit viel Glück konnte ich auch einen Zackenbarsch präsentieren, aber wir waren sicher nicht an dem Tauchplatz der Zackis vor Lavezzi.

    10./11. Januar 2009, Mexiko, Riviera Maya

    Hier die Erklärung, warum die Überschrift „Lebenslanges Lernen“ heisst. Ich gehe auf meinen zweiten „Jungle walk“. Das Projekt ist eine neue Cenote zu finden, zu erforschen, zu kartografieren etc. Das Erforschen startet mit einem simpel gesagten Spaziergang in den Dschungel, der aber in der Realität sehr anstrengend ist, weil jeder Schritt mit der Machete freigehackt werden muss. Der Expeditionsleiter und ich sind beide mit GPS ausgerüstet. Nach dem ersten Walk im Dezember stelle ich in der Nachbearbeitung der Daten eine Diskrepanz zwischen seinem GPS und meinem fest. Ich kann es nicht erklären. Nachdem wir auf der Karte aber danach abgeglichen hatten, dass seine Richtung defnitiv richtig war (was ich auch nicht angezweifelt hatte), machte ich mich an die Analyse meiner Abweichung und musste feststellen, dass die Grundeinstellungen meines GPS so absolut falsch waren, dass sie mich tatsächlich in die absolut falsche Richtung führen wollten. Bei einer Distanz zum Ziel von ca. 400 m war die Abweichung wirklich so, dass mein GPS sagte, geh nach Osten und seines zeigte das Ziel mehr in Nord-West- Richtung an. Die Änderung der Grundparameter in meinem GPS führte dazu, dass ich mit seinen Daten konform bin.

    Ich konnte vor vier Jahren den Tauchplatz gar nicht finden, weil mich das GPS in die komplett falsche Richtung geführt hat. Ich weiss noch, dass ich nie die Landmarken für die Kreuzpeilung in Sicht hatte, heute frage ich mich überdies, ob ich je vor den Lavezzi- Inseln war!!

    Einerseits ist es wichtig für mich, dass ich Erfahrungen aus der Vergangenheit endlich relativieren kann und etwas daraus lerne, andererseits frage ich mich, warum es solange gedauert hat. Klar, ich bin hier in Mexiko auf den Booten immer nur als Tauchguide für die Planung und Durchführung des Tauchgangs verantwortlich, das Auffinden das Tauchplatzes obliegt dem Kapitän. Dennoch, die Höhlen zeigen mir, dass ich mit dem Prozess des Lernens nicht fertig bin und ich bin stolz, dass ich immer wieder neue Sachen lerne.

    Die Moral von der Geschichte? Brigitte, Johann, auf nach Lavezzi, ich weiss, wo die Zackenbarsche sind!

    Christine
    die in ihrem neuen Auto auch einen Kompass hat, damit sie sich nicht verfährt 🙂

    Tauchen, Tauchen – Vorsaison Winter 2008

    Ich freue mich wenn ihr euch die Musse nehmt, den Blog zu lesen und wenn ihr die Links zur weiteren Information anklickt. Was ich mir ausgedacht habe, könnte euch einen tollen Tauchurlaub mit viel Kultur (der anderen Art) bescheren. Ihr müsst nur zugreifen.

    Mitten im Sommer macht man sich nicht unbedingt Gedanken über die nächsten Ferien, aber die kalte Jahreszeit kommt bestimmt. Wer vor Regen, Schnee und novembergrau fliegen möchte und nochmal viel Sonne tanken, um durch den Winter zu kommen, der passt nun auf:

    Tauchen in Mexiko wird ja immer bekannter, Pauschalangebote sind leicht buchbar. Mein Vorschlag ist allerdings: individuell buchen und den Vorteil nutzen, dass ich vor Ort bin und euch bei Information und Buchung von Hotels und sonstigem behilflich sein kann. Natürlich bin ich bei euren Tauchaktivitäten als Führer und Tauchlehrer dabei und dies gilt sowohl für das Tauchen im Meer wie auch für die Cenoten.

    Informationen über die Cenoten habe ich neuerdings auf meiner Internetseite reingestellt, da könnt ihr im Detail nachlesen, welche Tauchgänge möglich sind und zwar unter Cenote bei MareNostrum.ws.

    Jeder Tauchbuddy (d.h. bei gleichzeitiger Buchung der 2. Person für die gleiche Aktivität) erhält extra 5% Rabatt. Dies kann natürlich mit den jeweiligen Gruppenrabatten und sonstigen Paketen kombiniert werden.

    Bei Buchung von zwei Personen für den gleichen Kurs gewähre ich einen Nachlass von 5% für die zweite Person. Besonders interessant finde ich den Cavern Diver, Nitrox oder Digital Unterwasserfotografie, Kursdetails zu finden unter Kurse MareNostrum.ws

    Na ja, ich gebe es ja zu, ich bin egoistisch, denn das sind die Kurse, die mir zur Zeit am meisten Spass (der Tauchlehrer soll ja auch Spass haben) machen, das Angebot gilt aber für jeden Kurs, den ich unterrichten kann.

    Diese Angebote sind gültig, wenn ihr so bucht, dass das Wochenende vom 27.- 29.11.2008 mit drin ist. Und nun kommt nämlich der Knüller. Wir alle gehen dann zum Riviera Maya Jazz Festival . Wir haben hier in Playa direkt am Strand eine gigantische Session, die kostenlos ist und wirklich genial ist und mit einem Staraufgebot an nationalen und internationalen Künstlern glänzt
    Riviera Maya Jass Festival 2008.

    Natürlich tauche ich im Meer genauso und wer nun genaue Preise wissen möchte, sendet einfach eine email an Christine bei MareNostrum.ws. Bitte angeben, wieviele Personen, ob alle Taucher sind, welche Zimmerwünsche und so weiter und ich stelle ein individuelles Angebot zusammen. Im Meer ist die Maximalgruppengrösse 6 Personen (auf ausdrücklichen Wunsch der Gruppe nehme ich auch mehr), in den Cenoten kann ich pro Tauchgang 4 Personen mitnehmen.

    Zur ersten Orientierung:

    Preis für einen Doppeltauchgang Meer: 75 USD, inkl. Boot, Guide, Flaschen (12l), Blei
    Preis für Doppeltauchgang Cenote: 120 USD inkl. Guide, Transport, Eintritt, Sandwich und Soft Drinks, Flaschen, Blei.

    Dies wirklich nur als erster Anhaltspunkt, Gruppenrabatte ab einer Grösse von 5 Personen und Tauchgangsrabatte ab mehr als 3 Tauchtagen mit Doppeltauchgängen. Beides inklusive dem oben genannten Rabatt kombinierbar. Also einfach mal die Anfragen schicken, dann kann ich ein individuelles Angebot erstellen.

    Bei allem gilt natürlich, wer zuerst kommt, bucht mich exklusiv. Meine Individualrabatte gelten also nur für die schnellsten Bucher.

    Allzeit gut Luft, viele schöne Tauchgänge und bis bald hier in Playa del Carmen

    Christine Loew
    Taucher
    Tauchlehrer
    Guide für Meer und Cenote
    Unterwasser- Fotograf

    PS: Bitte weitersagen!!
    !

    Wie man ein guter Taucher wird

    Die Frage, wie man ein Taucher wird, ist leicht beantwortet: man schreibt sich in einen OWD Kurs ein, absolviert alle geforderten Teile und erhält danach eine Zertifizierung.

    Inwieweit verändert das kleine Wörtchen „gut“ diese Vorgehensweise?

    Neben vielen Punkten, die überall immer wieder aufgelistet werden, wie eine eigene Ausrüstung haben, die Ausrüstung kennen, die Tauchregeln kennen und anwenden und vor allem Tauchen gehen, scheint mir ein Aspekt besonders wichtig: Eigenverantwortung übernehmen.

    Mit vier Tauchgängen heisst Eigenverantwortung, dass man weiss, dass man eigentlich noch nicht viele unterschiedliche Tauchbedingungen und Gebiete betaucht hat und dass man sich sicherlich mit einem erfahreneren Taucher in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad des Tauchgangs beraten sollte.

    Wenn also der Taucher zu mir kommt und gleich den Advanced Kurs anfangen möchte, obwohl er erst 4 Tauchgänge und das letzte Mal vor einem Jahr getaucht hat, da frage ich mich wirklich, ob das wirklich durchdacht ist oder ob es nur um das Sparen geht, weil ja der Kurs nicht viel teurer ist als die Tauchgänge alleine.

    Mit 20 Tauchgängen heisst Eigenverantwortung, dass man sich erinnern sollte, wie man sich in seinem letzten Urlaub am ersten Tauchtag und im Vergleich dazu am letzten Tauchtag gefühlt hat. Man sollte nicht den Fehler machen, zu glauben, dass man an sein Wohlbefinden des letzten Tages nahtlos anschliessen kann, also heisst das wiederum, zuerst einfache und flache Tauchgänge im Urlaub einzuplanen.

    Nach drei Jahren Tauchpause heisst Eigenverantwortung, dass ein Auffrischungskurs besucht wird. Der Tauchgang im Schwimmbad ist eine hervorragende Möglichkeit, Fertigkeiten wieder aufzufrischen, jedoch sollte man aber idealerweise auch einen leichten Tauchgang im Freiwasser anschliessen.

    Wenn ich mich auf einen Tauchgang vorbereite, überlege ich mir, ob ich alles Notwendige dabei habe. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wie vergeudet der Tag ist, wenn ich nach einer halben Stunde Fahrt endlich am See ankomme und dann feststelle, dass ich nicht genug Blei dabei habe. Wirklich frustrierend!

    Also checke ich
    – habe ich die komplette Ausrüstung, die ich benötigen werde?
    – sind Flaschen voll und die Ausrüstung voll funtionsfähig?
    – wenn ich mit einer Tauchschule tauche, habe ich mein Zertifikat dabei, das belegt, dass ich ein ausgebildeter Taucher bin und falls notwendig und gefordert auch die Tauchtauglichkeitsuntersuchung?
    – fühle ich mich körperlich und geistig fit für diesen Tauchgang?
    – habe ich alle notwendigen Informationen über den Tauchplatz und kenne die entsprechenden Tauchverfahren?

    Nur nach Prüfung obiger Fragen und positiver Antwort, bin ich vorbereitet, als verantwortlicher Taucher tauchen zu gehen.

    Nun kann es dann doch mal passieren, dass nicht alles gut geht und ich den Tauchgang nicht genossen habe; die Strömung war stärker als erwartet, die Sicht hat abgenommen, das Wetter ist umgeschwungen, kurz, die Bedingungen haben sich verändert. Manchmal ist man in der Lage, solche Unwägbarkeiten aufzufangen und die gute Nachricht ist, dass es um so leichter fällt, je mehr Taucherfahrung man hat. Aber manchmal kommt man aus dem Wasser und wünscht sich, man wäre gar nicht ins Wasser gegangen. Ungünstige Konditionen kann man jedoch nicht jemand anders unterschieben.

    Wann immer man sich unwohl und nicht sicher fühle, ist es die erste Pflicht für einen verantwortungsbewussten Taucher, dass er dies seinem Tauchpartner anzeigt. Ein Unwohlsein kann unter Wasser schnell zu Problemen und daraus resultierender Panik führen, Unsicherheit wirkt sich unmittelbar auf die eigene Tauchsicherheit und die Sicherheit des Tauchpartners aus. Unsicher sein, heisst, ich weiss nicht wie ich mit der Situation umgehen soll und das ist eine Gefährdung. Dies zuzugeben zu können, macht aus einem Taucher einen guten Taucher.

    Als ich also die Taucherin hatte, die mir am Ende des Tauchtages gesagt hatte, dass er ihr überhaupt nicht gefallen hat und sie sich mit mir unsicher gefühlt hat, habe ich zuerst geschockt reagiert und mich persönlich angegriffen gefühlt. Nach intensivem Nachdenken kristallisiert sich für mich heraus, dass diese Taucherin das Prinzip der Eigenverantwortung nicht verstanden hat. Wenn die Einstellung zu einer Sache richtig ist, dann kommt Spass und Freude von alleine, ich bin kein Entertainer, der den Clown für meine Kunden machen muss, damit diese Gefallen am Tauchen finden.

    Ich verhalte mich verantwortungsvoll, da ich vor dem Tauchgang im Briefing alle wichtigen Punkte erkläre. Ich halte die Taucher zu Ausrüstungs-check, Buddy- check und alle notwendigen Sicherheitsverfahren während des Tauchgangs an. Ich erkläre wie wichtig vor allem die Kommunikation ist. (Und meinerseits halte ich mich fit, kenne die Riffe, bilde mich weiter, zeige die Riffe … und tauche.) Alle anderen Entscheidungen hat der Taucher selber zu treffen und ich bin nicht für seine oder ihre Fehlentscheidungen verantwortlich.

    Schockiert bin ich immer noch, weil diese Taucherin mir ohne weiteres einen Tauchgang mit latenten Risiken zumutet, weil sie sich unwohl und unsicher gefühlt hat und meinte, dies durchstehen zu müssen ohne sich mir rechtzeitig mitzuteilen.

    Kommentare sind erwünscht und in diesem Sinne allzeit sicheres Tauchen.

    Christine